Besuch eines Weltkulturerbes

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Die Senioren Universität von Evora in Portugal ist ein relativ kleines Wohnhaus, in  dem nur wenige Unterrichtsräume Platz haben. Uta und Barbara waren zu diesem Treffen gefahren und natürlich wurden dabei die bisherigen Themen weiter bearbeitet und jede Institution präsentierte die ersten Ergebnisse ihrer Aktivitäten. Das Besondere dabei war, dass auch einige von den erwachsenen Studenten aus den verschiedenen Einrichtungen eigene Beiträge vorstellten. Da ging es dann darum, dass Technologie verjüngt und wie das Internet im Alltagsleben hilft. Vladimir Paurs, der Maler aus Lettland, den wir schon bei der internationalen Konferenz in Rezekne getroffen hatten, nutzte auch hier die Gelegenheit, seine eigenen Gemälde vorzustellen.

An einem Nachmittag wurden wir dann in der Stadt herumgeführt, deren historisches Zentrum 1986 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen worden ist. Die Säulen des Diana-Tempels in der Stadt zogen ebenso unsere Aufmerksamkeit auf sich, wie eine Fensterumrahmung mit in Stein gehauenen Tauen, wie sie für den manuelinischen Stil des 16. Jahrhunderts typisch sind.

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Versteinerter Knoten (Foto Barbara Leisner)

Capella dos Ossos

von Barbara

Interessiert sich jemand für Knochen? Zu allem Überfluss auch noch für menschliche Knochen? Mein Interesse war auf jeden Fall geweckt, als ich mich über Evora näher informierte. Dieser kleine Ort hat nämlich für Thaphophile einen ganz besonderen Anziehungspunkt. Was Thaphophilie ist? Stimmt, das muss man erklären: “Taphos” heißt auf Griechisch Grab oder auch Grabstein. Unter „Taphophilen“  versteht man daher “Grabstein-Touristen” oder auch “Friedhofs-Enthusiasten” und damit Personen, die passionierte Friedhofsbesucher sind. Dazu gehöre ich nachgewiesenermaßen.

Für so jemanden ist die kleine Capella dos Ossos in Evora ein besonderer Höhepunkt. Sie liegt neben dem Eingang der St. Franziskus Kirche und ihre Wände wurden von den Franziskanern, die während der Gegenreformation den katholischen Glauben verteidigten, mit menschlichen Schädeln und Knochen dekoriert. Das Gebäude wurde im 16. Jahrhundert erbaut und vermittelt noch heute die Botschaft der Mönche, dass das Leben vergänglich ist. So steht denn auch am Eingang zu lesen: “Nós ossos que aqui estamos pelos Vossos esperamos” („Wir Knochen, die hier sind, erwarten euch“). Nicht nur die an den Wänden mit Zement fest verankerten Knochen erinnern an den Tod, auch die Decke ist mit Motiven zu diesem Thema bemalt. Man hat übrigens berechnet, dass hier ungefähr 5000 Menschen wiederbestattet worden sind.

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