Ohne WLAN ins Internet

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Das vorletzte Treffen, wurde von uns selbst organisiert und fand in Kiel statt, wo zwei der Gründungsmitglieder von SLO zu Hause sind. Die Organisation klappte virtuell und in der Realität prima, besonders da Manfred die Nutzung eines sehr schönen Tagungsraums ermöglichte. Aber drei Tage vor dem Treffen gab es dann große Aufregung! Der Raum hatte zwar WLAN, aber wir durften es aus Sicherheitgründen nicht nutzen und bekamem auch keinen Zugang dazu! Nun mussten neue Wege gefunden werden, damit alle Teilnehmer ins Internet konnten. Horst und Uta halfen sich mit mobilem Internet über Sticks, sowie über Hotspots und die Tethering-Funktion von Smartphones und nutzten dazu die Konten der deutschen Teilnehmer!

Dann war es soweit: Uta begrüßte die Teilnehmer mit dem Abspielen des Schleswig-Holstein Liedes und forderte die Gruppen auf Ihren Anfahrtsweg – zu Wasser, zu Lande und durch die Luft – auf einer an die Wand projizierten Karte aus Google-Maps zu zeigen. Über Apple-TV und iPhone konnte während der ganzen Zeit das mobile Internet für diese und alle weiteren Präsentationen aufrecht erhalten werden und die Teilnehmer waren mit diesem ungewöhnlichen Internetzugang durchaus zufrieden.

Danach berichteten die Partner über ihre Erfahrungen seit dem Treffen in der Türkei. Wie dort verabredet, waren  E-Books zu dem Besuch in Troja erarbeitet worden und wurden jetzt vorgestellt. Es waren ganz unterschiedliche Lösungen zu diesem Thema gefunden worden, die vom reinen Bilderbuch bis zu einem gemeinsam online erstellten Geschichtenbuch reichten.

Da danach noch Zeit war, wurde das Mitarbeitertreffen in großer Runde an diese Tagesordnungspunkte angeschlossen. Besprochen wurde, dass der Abschlussbericht den Hauptpunkt der Tagesordnung beim nächsten Treffen in Finnland bilden sollte. Dazu sollte in Dropbox alles gesammelt werden, was mit der Verbreitung der Projektinhalte zu tun hatte. Zur Vorbereitung des letzten Treffens in Finnland hatte Kari Prospekte über Keruu sowie eine Präsentation über seine Wissenschaftsfarm mitgebracht. Dabei überraschte er uns mit dem Bild eines Erdbeerbeets, in dem die Erdbeeren mit Gras zusammen im Sand wachsen und keine Bewässerung brauchen!

Anschließend stellte er seine Ideen für ein Folgeprojekt vor, mit dem Thema „Computer and electronic devices as part of the quality of life” (as part of the European adult education) – also Computer und elektronische Geräte als Teil der Lebensqualität (im Bereich der europäischen Erwachsenenbildung). Inhaltlich sollte es dabei um einen Überblick über billige und einfache elektronische Geräte gehen, die älteren Menschen bei der Bewältigung des Alltags helfen können. Darüber wurde lebhaft diskutiert.

Dann war es Zeit für den geplanten Stadtrundgang durch Kiel und am Abend klang der Tag im Restaurant „Wang-Su“ aus. Für Uta und Barbara hatte dieser Abend noch eine besondere Überraschung parat. Als alle anderen heil und ordnungsgemäß in öffentliche Verkehrsmittel und Autos verfrachtet worden und auf dem Rückweg in ihr Hotel waren, wollten auch sie um Mitternacht nach Hause fahren. Aber das Auto sprang nicht an! Aus irgendeinem unerfindlichen Grund – oder hatte Uta doch das Licht angelassen? – war die Batterie leer und der Motor sagte keinen Pieps mehr. Wie gut, dass es Handys gibt. So konnten sie Utas Mann zur Hilfe rufen, der den beiden Gestrandeten Starthilfe gab.

Der nächste Tag war damit ausgefüllt, dass die verschiedenen Gruppen einander Apps zum Sprachenlernen vorstellten und alle Teilnehmer eine Menge neue Anwendungen kennen lernten. Der offizielle Teil des Treffens ging wie immer mit der Übergabe der Teilnahmebescheinigungen zu Ende.

An diesem Abend stand ein Besuch des Mediendoms auf dem Programm. Das ist ein großer Kuppelraum, wie in einem Planetarium, nur dass dort keine Sternbilder an die Kuppel projiziert werden, sondern von angehenden Medienfachleuten hergestellte, ja was, Filme? Das ist zu wenig! Also, es gab die Show „Pink Floyd – The wall“ und diese Show betäubte mit ihren wirbelnden bunten Bildern und der zugehörigen Musik die Sinne und versetzte das Hirn in einen Farbenrausch.

Der letzte Tag des Treffens war dann mit dem Besuch der Hansestadt Lübeck ausgefüllt. Nur die finnischen Teilnehmer aus Tiedetila blieben noch länger. Gemeinsam mit Uta und Horst besuchten sie am Sonntag das Computermuseum in Kiel

Eine nicht ganz norddeutsche Küche…

Von Marlit

Ich lebe in Süddeutschland, einer wunderbar warmen Gegend. Norddeutschland verbinde ich mit kühlem Wetter, viel Wind, Labskaus und Bohnen mit Speck. Was das Essen betrifft, bin ich bestimmt nicht voreingenommen. Ich probiere „fast“ alles! Die regionale Küche hat es mir angetan und so war ich gespannt, was mich in Kiel erwartete.

Und ich war wirklich verblüfft. Denn wir besuchten keine Kieler Hafenkneipe, sondern ein mongolisches Restaurant, in dem wir an einem riesigen Buffet unser Essen selbst auswählen konnten. Vor unseren Augen wurde das Fleisch oder der Fisch von den Köchen frisch zubereitet. Man gab seinen gefüllten Teller ab und erhielt ein „Smiley“.

Dann wartete man vor der Kochtheke oder ging zum Tisch zurück. Wenn der „Smiley“ zu blinken anfing, war das Essen fertig. Die Speisen waren exotisch. Ich frage mich immer noch: Wo hatte das Restaurant seine Krokodile oder die Kängurus bloß her?

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Krokodil (Foto Marlit Pfefferle)

Ich muss es zugeben, diese „Delikatessen“ habe ich nicht probiert.

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Känguru (Foto Marlit Pfefferle)

Trotzdem: Die Zubereitung, der Geschmack, die Frische und die ungeheuer große Auswahl haben mich begeistert. Der Norden hat wohl auch seine Reize!

Rezept Labskaus

Von Barbara

Auch wenn Marlit hier keine Rezepte anbieten kann, weil sie fest entschlossen ist, weder Känguru noch Krokodil „nachzukochen“, und auch wenn die internationalen Gäste im Norden tatsächlich kein echt „norddeutsches“ Gericht vorgesetzt bekamen, so soll es hier doch wenigstens ein Rezept für das Labskaus geben, das man kaum noch in einem Restaurant angeboten bekommt und daher selbst kochen muss! Es sieht auf den ersten Blick vielleicht nicht so einladend aus wie viele andere Speisen, aber ich kann versichern, dass es sehr lecker schmeckt!

Das Rezept ist für vier Personen berechnet.

Man braucht:

  • ca. 1 kg mehlig kochende Kartoffeln
  • 1 Dose Corned Beef
  • 2-3 Zwiebeln
  • ein kleines Glas rote Beete (wenn man sie selbst kochen will, dann zwei Knollen rote Beete)
  • 4 Gewürzgurken
  • 4 Matjes
  • 4 Eier
  • Fett zum Braten
  • ev. ¼ l Brühe

Die Kartoffeln kochen, pellen und pürieren. Corned Beef unter die Kartoffeln mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Etwas Brühe oder Gurkenwasser unterrühren, wenn die Masse zu fest ist.

Spiegeleier braten.

Für jeden einen Teller fertigmachen mit der Kartoffel-Corned-Beef-Masse, einer Gurke, je nach Belieben Roter Beete in Scheiben oder Würfeln und einem Matjes. Die Kartoffelmasse mit dem Spiegelei toppen.

Guten Appetit!

Angry Bird?

von Marlit

In meinem Leben gab es lange einen Fixtermin: Dienstags von 19:00 bis 20:00 Uhr Skypen mit der Gruppe „Mobiles Web“. Horst Sievert war der Moderator. Über viele Jahre gabt es dort einen lebhaften Austausch mit ständig wechselnden Themen, Neuigkeiten und Fragen rund um die mobilen Endgeräte.

Irgendwann zog sich Horst langsam aus den wöchentlichen Terminen zurück, erst unterhielten wir uns nur noch alle 14 Tage und dann gar nicht mehr. Aber dieser Termin an den Diensttagen war so fest in meinen wöchentlichen Plan integriert, dass eine Leere entstand. Was fange ich nun sinnvoll mit dieser freien Stunde an?

Zu gleicher Zeit war ich eifrig mit dem Häkeln von Mützen für meine Enkelkinder beschäftigt. Über die Kinder  lernte ich auch das Spiel „Angry Bird“ kennen. Warum also nicht auch eine „Angry Bird“ Mütze häkeln? In Zukunft fand dienstags von 19:00 bis 20:00 meine „Häkelstunde“ statt. Eine dieser Mützen überreichte ich Horst anlässlich des Treffens der Partnerländer in Kiel.

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Horst mit Angry Bird Mütze ( Foto Barbara Leisner)

Flashmob in Kiel

Manchmal gehen die neuesten Entwicklungen an Senioren vorbei. So mag nicht jeder auf Anhieb wissen, was ein Flashmob eigentlich ist. Deshalb füge ich hier erst einmal die verkürzte Erklärung ein – natürlich nach Wikipedia! Haben wir schon erwähnt, dass wir eine Gruppe von Internetbegeisterten sind? Also: Der Begriff stammt vom englischen flash = Blitz und mob = Volksmenge, Pöbel ab.  Darunter wird ein blitzartiger, scheinbar spontaner Menschenauflauf verstanden, bei dem die Teilnehmer sich nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun. Solche Ansammlungen werden über das Internet/Mobiltelefone organisiert.

Naja, bei dem “Flashmob” auf diesem Bild kannten sich die Teilnehmer alle, denn sie hatten schon drei Tage lang in Kiel zusammengesessen und diskutiert. Aber organisiert war das ganze Treffen durch zahlreiche Skypemeetings und Postings in der entsprechenden Facebook-Gruppe tatsächlich. Und unsere Teilnehmer kamen immerhin aus mindestens fünf verschiedenen Ländern, versammelten sich blitzartig vor dem Tagungsort für das offizielle Gruppenbild und taten ungewöhnliche Dinge, wie man auf dem Foto deutlich sehen kann. Marlit hatte die Idee gehabt, jedem eine kleine Landesfahne in die Hand zu drücken. Leider haben nicht alle aufgepasst und sie im richtigen Moment geschwenkt !!

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Flashmob in Kiel (Foto Marlit Pfefferle)

Das Computermuseum

von Horst

Ich muss leider sagen, dass ich als Kieler Jung bisher keinen Besuch des Computermuseums geschafft hatte. Da müssen doch immer erst Gäste von weither kommen, damit man die interessanten Seiten der eigenen Heimat kennenlernt!

Die Computergeschichte von 1940 bis 1990 wird in dem Museum gezeigt. Es ist auch die Computergeschichte meines Lebens, an der ich allerdings erst gegen Ende des Zeitraums bewusst teilgenommen habe. Denn seinerzeit war die Computertechnik ein besonderer Zweig der Elektrotechnik und fand bei einem werdenden Ingenieur der Nachrichtentechnik an der Fachhochschule Kiel nicht statt.

Um so interessanter war dann für mich die informative und individuelle Führung durch das Museum.  Zum Start gibt es  ein kurzes Video in 3D mit einem als Rakete startenden Kieler Rathausturm und einen Überblick über die Entwicklung der Computer, dann Großrechner von Zuse über Siemens bis IBM. Auch die Anfänge der PCs, also der persönlichen Computer, wie ich sie in Deutschland miterlebt habe, waren vorhanden: Atari, Commodore, IBM. Sogar ein erster mobiler Computer, den mir ein Kollege einmal sehr empfohlen hatte, konnte bewundert werden. Er wurde nach den Worten unserer finnischen Partner dort als “Nähmaschine” bezeichnet, da sein Gehäuse sehr an die eingepackte transportable Nähmaschine erinnerte.

Mal sehen, was die Computertechnik der nächsten Jahre so mit sich bringen wird!

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