Zum Aufwärmen Kaffeetassen mit ungewohntem Inhalt

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Schon im folgenden Februar (2009) fuhren Uta und  Annelore zu einer internationalen Konferenz mit dem Titel “International Scientifical Conference – Society, Integration, Education” bei der Partnerorganisation Augstskola in Rezekne, Lettland. Uta hielt dort einen Vortrag über ”Life Long Learning, EEE-PC, Web 2.0 – eLearning in web communities and personal learning environments” und veranstaltete außerdem einen Workshop zu ihrem Thema. Annelore informierte in einem Vortrag über Schleswig-Holstein und Kiel

Why are you laughing?

von Uta

Wer reist schon im Februar nach Lettland? Bei 15 Grad minus? Als Annelore davon hörte, fragte sie trotzdem, ob ich sie nicht mitnehmen könnte. Ich sagte schnell zu, denn wer fährt schon freiwillig und allein zu dieser Jahreszeit in die Nähe der russischen Grenze. In Riga wurden wir abgeholt und per Kleinbus nach Rezekne gefahren. Die Gastgeberin begrüßte uns beim ersten Treffen herzlich und bot uns in den Kaffeetassen erst einmal Schnaps statt Kaffee an. Wir wurden sehr schnell sehr warm!

Unser Projektpartner aus Spanien hatte die Reise auch angetreten, kam aber verspätet mit seinem Mietwagen aus Riga an. Weitere Gäste kamen aus Spanien, aus Aserbeidschan und aus Amerika. Mara aus Visconsin, die aus Lettland ausgewandert war, sprach zu unserer Überraschung  hervorragend Deutsch, was die Kommunikation sehr vereinfachte. Sie begleitete uns auf allen unseren Exkursionen und nahm auch an meinem Computerkurs teil.

Wie üblich saß man mittags in international gemischter Runde beim Essen zusammen. Ein Professor aus Aserbeidschan beanspruchte dabei die Aufmerksamkeit: Er trug ein Gedicht in seiner Muttersprache vor. Ich nahm diese Szene mit meinem neuen Smartphone auf. Das kurze Video gibt die internationale Atmosphäre der Konferenz sehr gut wieder, auch wenn man als Betrachter kein Wort versteht! Die Zuhörer damals haben übrigens auch nichts verstanden.

Die abendlichen Zusammenkünfte waren entsprechend der Menge an Essen und Getränken sehr fröhlich. Nur die spanische Professorin machte immer ein strenges Gesicht. Irgendwann zischte sie ihrem afrikanischen Partner zu: „Why are you laughing?“.Und er sagte ganz trocken: „I am happy“.

Nicht vergessen werden Annelore und ich außerdem die Autofahrt nachts bei Vollmond auf schneeglatter und vereister Straße. Wir waren bei unserer Gastgeberin zuhause eingeladen, etwa 15 km ausserhalb Rezekne. Sie zeigte uns stolz ihr wunderbares, modern italienisch eingerichtetes Haus. Es wurde gut gegessen, die Männer gingen in die Sauna. Wir Frauen klönten. Für die Rückfahrt waren Taxis bestellt. Es kamen allerdings nicht alle. Irgendwie wurden Annelore und ich und zwei weitere Personen auf den Rücksitz gequetscht, zwei Personen sassen vorne, eine Person lag dann noch vorne quer. Wie der Fahrer schalten und sehen konnte, war Annelore und mir ein Rätsel. Wir schauten auf die vom Mond beschienene Landschaft und erblickten dabei ein Paar leuchtender Augen. War es ein Fuchs? Oder vielleicht doch ein Wolf, wie die anderen meinten? Nach und nach wurden die Mitfahrer abgesetzt und die letzten 5 km fühlten sich dann nicht mehr so eng an. Gut, dass es nicht so viel Verkehr gab und keine Kontrolle.

 

 

 

Das Bild

von Uta

Schon vor dem Besuch in Rezekne waren die Teilnehmer von SLO in einer Internet-Gesprächssgruppe mit den lettischen Partnern in Rezekne verbunden, die Deutsch üben wollten. Im ersten Skypetreffen stellte sich jeder persönlich vor. In den folgenden Treffen war dann die Vorstellung der jeweiligen Heimatorte ebenso Thema wie zum Beispiel das deutsche Schulsystem.

An diesen Treffen nahm auch der in seiner Heimatstadt nicht unbekannte Maler Vladislav Paurs teil. Über die Funktion „Bildschirm teilen“ stellte er seine Bilder vor und erzählte etwas über seine Motive.

Als wir dann in Rezekne waren, nahmen die lettische Deutschlehrerin und der Maler uns zu einem besonderen Besuchsprogramm in ihrem Heimatort mit. Wir fuhren zu einer Töpferei, die nach altem Verfahren einen Brennofen betrieb. Wir konnten die Fertigung einer Vase mit latgallischem Muster mitansehen und bekamen dazu die nötigen Erklärungen von Mara auf Deutsch. Außerdem besuchten wir eine besondere Glaubensgemeinschaft der russischen Kirche, die Staroverci oder Alt-Gläubigen.

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Kirche und Friedhof der Altgläubigen in Rezekne (Foto Uta Krope)

Und wir  lernten auch das Atelier von Vladislav Paurs kennen. Mir gefiel ein Bild besonders gut: ”Latgale hillrocks”. Als wir nach der Reise wieder auf Skype verbunden waren, fragte ich nach dem Preis. Als Paurs ihn nannte, wurde er sofort von seiner Landsmännin nach oben korrigiert, so dass das Bild schließlich 150 Euro kosten sollte. Ich war trotzdem damit einverstanden und wir vereinbarten, dass es zum Abschlusstreffen des Projektes in Krakau übergeben werden sollte.

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